Rituale und Macken – jeder ist einzigartig

20161016_501Nach dem unsere Jungs gestern Vorgestern nachmittags wieder gemeinsam im Garten getobt hatten, gab es  eine kleine Foto-Session mit den dreien. Diesmal waren sie auch relativ bei der Sache und schauten in die Kamera (in deren Nähe eine Leberwurst-Tube stand). Unser Senior hat eine besondere Ausstrahlung im Alter bekommen. Man kann es kaum beschreiben, denn relaxt und in sich ruhend war er schon immer. Aber irgendwie ist da jetzt mehr. Optisch sind die grauen Haare um die Schnauze viel mehr geworden, die beiden Ohren sind aufgrund der Blut-Ohr-Geschichten nach Abheilung „verknittert“ und das Fell ist dieses Jahr sehr stark über den Sommer ausgeblichen. Im Moment nennen wir ihn liebevoll „Blondie“.

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Der Gang ist ab und an schwer fällig und sehen tut er auch nicht mehr so wie früher. Aber irgendwie hat er noch eine Menge Reserven und tobt gerne mit den beiden Jungspunden durch den Garten. Sando ist jedoch mittlerweile eindeutig senil. Ab und an steht er etwas entrückt in der Gegend rum, wenn man ihm beim Fressen ablenkt, vergisst er das er am Fressen war und muss quasi wieder gezeigt bekommen, dass da Futter ist. Dann klickt es in seinem Kopf:“Moment hier ist noch was im Napf. “

Aaron wird fauler und verkuschelter 🙂 aber das war er vielleicht vorher auch schon. Nur das ich genug entgegen gewirkt habe. Aaron bellt gefühlt mehr, wenn wir zu Hause sind. Er hört sprichwörtlich die Flöhe husten und wird regelmäßig von uns abgeholt, dass es nicht nötig ist, bei jedem Pups an zu schlagen.

Tamme hatte für kurze Zeit eine Stelle des Zaunes fürs Überspringen gut befunden, bis Herrchen die Stelle um zwei Bretter aufstockte. Seit dem kommt Tamme nicht mehr aus dem Garten raus. Das er eigentlich locker unter dem Zaun durch passt, erzählen wir ihm einfach nicht 😉

Ihr merkt schon Tamme tickt etwas anders. Andere würden so was eiskalt ausnutzen. Aber Tamme nicht, der scheint den Sprung über den Zaun auch eher durch Zufall (vielleicht eine Katze im Blick) entdeckt zu haben. Dafür liebt er es bei unseren Spaziergängen „zufällig“ in den Graben zu plumpsen, um dann wie eine Wildsau drin rum zu springen. Aaron lässt sich mittlerweile immer rechtzeitig abrufen, bevor er auch noch in der stinkenden Brühe plantscht. Ich kann mich an die Zeit erinnern, als Sando der „Vernünftige“ war und Aaron der 2 Jahre alte Keks, der immer rein zufällig am Graben ins Stolpern kam.

Was haben unsere Hunde noch als Macken oder Rituale entwickelt?

Sando…

…versucht sich immer beim Kaffee trinken zu uns zu drängeln. Egal wie nah der Tisch am Sofa steht, Sando schafft es sich dazwischen zu quetschen.

…stellt sich gerne taub. Gerade wenn es ums Kaffeetrinken geht, wird er aufs Kissen geschickt, was er geflissentlich überhört. Wird man etwas nachdrücklicher, legt er sich ans Kissen, aber nicht rauf. Das ist wohl die Alters-Sturheit 🙂

…drängelt sich seit je her zwischen die Beine, so das vorne nur noch sein Popo zu sehen ist, der dann  bitte ordentlich gekrault und geschubbert werden soll. Wenn man es gut macht, legt er regelrecht einen Stepptanz mit den Hinterpfoten hin.

…verschmäht nun liebend gerne Trockenfutter. Bitte anweichen und was anderes (Flocken, Dosefutter oder Gemüse beimengen). Sando möchte im alter dinieren.

Aaron…

…versucht mich morgens zum liegen bleiben zu animieren. Während der früher versuchte mich zu wecken, damit wir endlich was tolles unternehmen, ist ihm nun eher nach ausschlafen bzw. entspannt knuddeln.

…ertränkt unsere Küche regelmäßig in Sabber, wenn wir zu einer Banane greifen. Er braucht nur das Öffnen der Schale zu hören und schön läuft der Sabber. Das ist eine sehr heftige Konditionierung nach Pawlow. Ist bei keinem anderen Lebensmittel so extrem.

…im Hundewald wird nun immer der Kopf mindestens einmal in Schlammiges Wasser getaucht. Meist bis zu den Augen. Ohne dem, kann Aaron nicht nach Hause gehen.

…fängt an Menschen über die er sich bewusst freut „anzugrinsen“.

…nimmt fast jeden Abend ein Spielzeug mit zum Schlafen. Die Auswahl wird häufig am überfüllten Korb getroffen.

Tamme…

…drückt Freude mit Luftsprüngen aus. Wenn  man ihn total hoch drehen lässt, springt er mit allen vieren gleichzeitig in die Luft und das auf Kopfhöhe von uns.

…sein Sprungtalent setzt er aber nicht bewusst am Zaun ein. Außer an der Stelle wo auf der anderen Seite auch ein Hochbeet war.

…rennt am Gartenzaun mit, wenn man mit dem Auto nach Hause kommt und an ihm vorbei fährt.

…sieht beim Kratzen immer richtig doof aus. Die Grimassen die er schneidet und die Art und Weise wie er versucht mit der Hinterpfote sich vorne zu kratzen und dabei seine Pfote skeptisch an schaut. Einfach zum Lachen 🙂 Ein gute Laune Hund, der einen viel zum Lachen bringt und einfach zu erziehen ist.

So verschieden die drei sind, wir haben sie alle drei lieb 🙂

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5 Gedanken zu „Rituale und Macken – jeder ist einzigartig

  1. He Roveena,
    bei deiner Beschreibung ist es mir und Frauchen richtiggehend warm ums Herz geworden. Wirklich ein tolles Trio dass du da beschreibst. Ein Nachteil hat das Ganze, meine Menschen haben begonnen über meine „Macken“ zu sprechen, dabei sind es doch wirklich nur Rituale.
    Nasenstups von Ayka

  2. Ich finde besonders auch die Veränderungen wunderbar … zu erleben, wie auch unsere Senioren sich im Alter ändern, neue Gewohnheiten entwickeln oder auch recht schrullige Eigenheiten 🙂
    Bei Damon erleben wir es im Moment auch – mit seinen fast 11 Jahren meint er schon, er hätte etwas mehr Anspruch auf die Senioren-Sonder-Behandlung … und Cara beobachtet es ganz genau!
    Du hast die Drei wunderbar beschrieben.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

    • Vielen lieben Dank 🙂 das leben mit so wunderbaren Vierbeinern ist einfach herrlich und man kann nicht genug von ihnen schwärmen und Erinnerungen festhalten.

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